Texte

Bei Unterstreichungen ist die Stärke der Linie zu bedenken, der Abstand der Linie von der Schriftlinie und die Frage, ob Unterlängen ausgespart werden sollen.

Friedrich Forssman, 2002.

Quelle: Detailtypografie. Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz. 4. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2008. S. 277.




Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist […].

Mögliche Variante des Flattersatzes ist die rechtsbündige Version, die nicht gerade optimal lesbar ist, aber den Vorteil hat, bei der Verbindung mit einer linksbündigen Spalte die gegenseitige Hinwendung zu betonen, was meine Kollegen und ich besonders gerne für Tabelle ausnutzen.

Erik Spiekermann, 1982.

Quelle: Ursache & Wirkung. Ein typografischer Roman. Erlangen: Context Verlag, 1982. S. 89.




ein laut ein zeichen. warum zwei alfabete für ein wort, warum die doppelte menge zeichen, wenn die hälfte dasselbe erreicht?

Eine ausseordentliche Ersparnis würde durch die ausschliessliche Verwendung des kleinen Alphabets unter Ausschaltung aller Grossbuchstaben erreicht, eine Schreibweise, die von allen Neuerern der Schrift als unsere Zukunftsschrift empfohlen wird. Vgl. das Buch »Sprache und Schrift« von Dr. Porstmann, Beuth-Verlag, G. m. b. H., Berlin SW 19, Beuthstrasse 8. Preis Mark 5.25. – durch kleinschreibung verliert unsre schrift nichts, wird aber leichter lesbar, leichter lernbar, wesentlich wirtschaftlicher. warum für einen laut, z. b.a zwei zeichen A und a? ein laut ein zeichen. warum zwei alfabete für ein wort, warum die doppelte menge zeichen, wenn die hälfte dasselbe erreicht?

Jan Tschichold, 1925.

Quelle: Elementare Typographie. In: Typographische Mitteilungen. Zeitschrift des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker. Leipzig; Sonderheft ›elementare typographie‹, 22. Jg., Oktober 1925. Nachdruck: Mainz: Hermann Schmidt, 1986. S. 198.




Wenn die Legende als kleine selbständige Textgruppen beim Bild stehen, können sie darüber oder darunter, links oder rechts vom Bild, auf Linksachse, Rechtsachse oder auf Mitte stehen.

Wenn die Legende als kleine selbständige Textgruppen beim Bild stehen, können sie darüber oder darunter, links oder rechts vom Bild, auf Linksachse, Rechtsachse oder auf Mitte stehen. Der Abstand zum Bildrand muß optisch ausgegliechen werden, der Schrift entsprechend.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 269.




Wieviel Textzeilen auf eine Überschrift noch folgen müssen, die im unteren Teil der Seite steht, hängt ebensosehr von der Bedeutung der Überschrift ab wie von der Gesamtzeilenzahl der Seite.

Wieviel Textzeilen auf eine Überschrift noch folgen müssen, die im unteren Teil der Seite steht, hängt ebensosehr von der Bedeutung der Überschrift ab wie von der Gesamtzeilenzahl der Seite. Eine Mindestzeilenzahl sollen auch Schlußseiten aufweisen. In beiden Fällen entscheidet das Gefühl. Regeln, die für solche Fälle genannt werden, können den vielfältigen Möglichkeiten im Buchsatz nicht gerecht werden.

Josef Käufer, 1956.

Quelle: Das Setzerlehrbuch. Die Grundlagen des Schriftsatzes und seiner Gestaltung. 3. Auflage. Stuttgart: Otto Blersch, 1965. S. 193.




Typografie kann unter Umständen Kunst sein.

Kurt Schwitters, 1924.

Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 18.




Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Den heutigen Forderungen am meisten entsprechend ist die Groteskschrift.

Herbert Bayer, 1926.

Quelle: Versuch einer neuen Schrift. In: Offset, Buch und Werbekunst. Das Blatt für Drucker, Werbefachleute und Verleger (“Bauhaus-Heft”; Leipzig), Nr. 7, 1926. S. 400.




wer die mittelachse sucht, will in der regel macht demonstrieren.

macht hat eigene ästhetische gesetze. sie basieren auf der mittelachse. so ist auch der umkehrschluß naheliegend: wer die mittelachse sucht, will in der regel macht demonstrieren, sei es die macht von herrschem oder institutionen, sei es die macht des kaisers, des führers oder der kirche, der wirtschaft und der finanzen.

Otl Aicher, 1988.

Quelle: Typographie. 3. Aufl. Lüdenscheid: Ernst & Son, 1995. S. 140.




Ich bin davon überzeugt, daß die Typografie der nächsten Zukunft sehr gelockerte Formen suchen wird.

Ich bin davon überzeugt, daß die Typografie der nächsten Zukunft sehr gelockerte Formen suchen wird. Man wird mit Schriftmischungen und Kontrastwirkungen arbeiten und viel bewußter als heute zwischen Werkschriften und Auszeichnungsschriften unterscheiden. Man wird sich um eine kleine Auswahl gut lesbarer und möglichst neutraler Werkschriften bemühen, die überall dort zu verwenden sind, wo glatter Satz hemmungslos gelesen werden soll. Als Gegensatz zu diesen Typen wird man in Überschriften, Schlagzeilen und ganz kurzen Texten überraschende und reizvolle Auszeichnungsschriften brauchen. Diese Schriften sollen nicht mit dem kunstgewerblichen Anspruch auftreten, für jeden Zweck verwendbar zu sein. Sie sollen als typografisches Gewürz dienen und mit Vorsicht und Absicht gebraucht werden.

Josef Käufer, 1931.

Quelle: Thesen zur Typografie. Aussagen zur Typografie im 20. Jahrhundert. Eschborn: Linotype GmbH, 1986. S. 33.




Wenn die Typografie vom Inhalt ablenkt, wird sie zur störenden Dekoration.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 89.




Oft kann man beobachten, daß ein Buch oder eine andere Drucksache zwar gut aussieht, aber nicht funktioniert. Dann nützt das gute Aussehen nichts.

Die durchdachte typographische Gliederung und Auszeichnung dient in erster Linie der Funktion. Oft kann man beobachten, daß ein Buch oder eine andere Drucksache zwar gut aussieht, aber nicht funktioniert. Dann nützt das gute Aussehen nichts.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 121.




Die Strukturierung eines Textes durch Absätze ist Sache des Autors. Sache des Typografen ist es, das verständlich zu gestalten.

Hans Peter Willberg, 1997.

Quelle: Lesetypografie. 5. Auflage. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2010. S. 122.




Ein wichtiges Moment bei der Lesbarkeit ist eben auch die Gewöhnung – wir wehren uns gefühlsmässig noch heute gegen auch nur gemäßigte Kleinschreibung, selbst wenn wir bei rationalem Überlegen dafür sind.

Moholy-Nagy nennt die «Iineare, gedankenmitteilende Typographie» ein «(Not-)Glied zwischen dem Inhalt der Mitteilung und dem aufnehmenden Menschen». Es geht immer darum, verbale Inhalte näherzubringen, das Lesen zu erleichtern. Mit der radikalen Kleinschreibung, in der von 1925 an die Bauhausdrucksachen (Abb.1) gesetzt wurden (und die Max Bill zeitlebens praktiziert hat), wollte man dies erreichen. Für die Anwender war es vielleicht eine Vereinfachung, für die Leser sicher nicht vorbehaltlos. Ein wichtiges Moment bei der Lesbarkeit ist eben auch die Gewöhnung – wir wehren uns gefühlsmässig noch heute gegen auch nur gemäßigte Kleinschreibung, selbst wenn wir bei rationalem Überlegen dafür sind.

Hans Rudolf Bosshard, 1996.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 8.




Die Grotesk hat nicht nur eine Zukunft, sie ist die Drucktype der Zukunft.

Die Grotesk hat nicht nur eine Zukunft, sie ist die Drucktype der Zukunft.

Karl Gerstner, 1964.

Quelle: Programme entwerfen: statt Lösungen für Aufgaben Programme für Lösungen. 3. Ausgabe. Baden: Lars Müller, 2007. S. 33.




Glaube auch deinen eigenen Erfahrungen und Entscheidungen nicht, sondern überprüfe sie immer aufs Neue. Das gibt dir die Chance besser zu werden.

Hans Peter Willberg, 2000.

Quelle: Typolemik / Typophilie: Streiflichter zur Typographical Correctness. Mainz: Verlag Hermann Schmidt, 2000. S. 131.




Liegt es nicht klar zutage, daß mit Schrift umzugehen keineswegs eifach ist?

Jan Tschichold, 1960.

Quelle: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. Eine Fibel für jedermann. Ravensburg: Otto Maier, 1960. 3. Aufl. Augsburg: MaroVerlag, 1996. S. 7.




Ein wirklich gut gemachtes Buch ist nur von einer Elite als solches erkennbar.

Ein wirklich gut gemachtes Buch ist nur von einer Elite als solches erkennbar; die übergroße Mehrzahl der Leser empfindet seine exzeptionelle Qualität nur dumpf. Ein wirklich schönes Buch darf auch äußerlich ›nichts Besonderes‹, sondern soll ›nur‹ vollkommen sein.

Jan Tschichold, 1946.

Quelle: Graphik und Buchkunst. In: Typographische Monatsblätter (Bern), 13. Jg., Juli 1946, H. 7. S. 263.




Sie demontierten die Regeln, indem sie sie ignorierten, sie ignorierten sie, weil sie sie gar nicht kannten – nicht kennen wollten.

Daneben (Berufen der Setzer und Drucker) standen nun die Dichter, Maler und Architekten und laborierten unbelastet von technischen Unzulänglichkeiten und gestalterischen Normen und Regeln an einer neuen typografischen Konzeption. Ihr Blick auf die Welt, ihre Sicht der Dinge war weit genug, um auch noch die Typografie ihrem Arbeitsbereich zuzuschlagen. Sie fragten übrigens die Setzer und Drucker nicht lange, ob sie willkommen seien. Sie demontierten die Regeln, indem sie sie ignorierten, sie ignorierten sie, weil sie sie gar nicht kannten – nicht kennen wollten.

Hans Rudolf Bosshard, 1996.

Quelle: Sechs Essays zur Typografie, Schrift, Lesbarkeit. Zürich / Sulgen: Niggli, 1996. S. 126-128. .




Bilder

96_binnen2

(Studio Laucke Siebein)

Dirk Laucke & Johanna Siebein
Amsterdam, Niederlande
Berlin, Deutschland
seit 2000
www.studio-laucke-siebein.com

tags Abbildung, Antiquaschrift, Flattersatz, Groteskschrift, Pagina, Schriftmischung, Spaltensatz

2008-10-07-122858-w40dsq

(norm)

Dimitri Bruni & Manuel Krebs
Zürich, Schweiz
seit 1999
www.norm.to

tags Flattersatz, Groteskschrift, Versalien

so_05

(Fons Hickmann m23)

Gesine Grotrian-Steinweg & Fons Hickmann
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.fonshickmann.com

tags Abbildung, Antiquaschrift, Blocksatz, Linie, Mittelachsensatz, Pagina, Überschrift

lehni-trueb_KunstvereinHarburgerBahnhof_03

(Lehni-Trüb)

Urs Lehni & Lex Trüb
Zürich, Schweiz
seit 2005
www.lehni-trueb.ch

tags Abbildung, gedrehte Zeilen, Groteskschrift, Linie

pwr3

(Studio Sport)

Ronnie Fueglister & Martin Stoecklin
Basel, Schweiz
Zürich, Schweiz
seit 2006
www.studiosport.in

tags Groteskschrift, Linie

Junior1_back

(Experimental Jetset)

Marieke Stolk, Danny van den Dungen & Erwin Brinkers
Amsterdam, Niederlande
seit 1997
www.experimentaljetset.nl

tags Flattersatz, gedrehte Zeilen, Groteskschrift, Überschrift

DSC_0071-2_972

(NODE Berlin Oslo)

Anders Hofgaard, Serge Rompza, Dag-Henning Brandsæter & Andreas Rød Skilhagen
Berlin, Deutschland
Oslo, Norwegen
seit 2003
www.nodeberlin.com

tags Abbildung, Antiquaschrift, Titelei

lehni-trueb_Massstab1-1_08

(Lehni-Trüb)

Urs Lehni & Lex Trüb
Zürich, Schweiz
seit 2005
www.lehni-trueb.ch

tags Flattersatz, Groteskschrift, Spaltensatz

exp1

(Studio Sport)

Ronnie Fueglister & Martin Stoecklin
Basel, Schweiz
Zürich, Schweiz
seit 2006
www.studiosport.in

tags Abbildung, Flattersatz, Groteskschrift, Schreibmaschinenschrift, Schriftmischung, Versalien

illusion_highres_17_big

(BANK™)

Sebastian Bissinger & Laure Boer
Berlin, Deutschland
seit 2004
www.bankassociates.de

tags Flattersatz, Groteskschrift, Linie, Pagina, Schreibmaschinenschrift, Schriftmischung, Titelei

01-1

(Aurèle Sack)

Lausanne, Schweiz
seit 2004
www.a--s.ch

tags Antiquaschrift, Titelei

_kreislauf10_01

(Raffinerie)

Reto Ehrbar, Nenad Kovačić & Christian Haas
Zürich, Schweiz
seit 2000
www.raffinerie.com

tags Groteskschrift

les-nuits-capitales_07

(FLAG)

Bastien Aubry & Dimitri Broquard
Zürich, Schweiz
seit 2002
www.flag.cc

tags Groteskschrift, Mittelachsensatz

image11-3

(optik)

Jens Müller
Düsseldorf, Deutschland
seit 2009
www.optik-studios.de

tags Flattersatz, Groteskschrift, Überschrift

03-baenziger-hug-marco-graeppi

(Bänziger Hug)

Samuel Bänziger & Olivier Hug
Berneck, Schweiz
seit 2008
www.bänziger-hug.com

tags Antiquaschrift, Flattersatz, Mittelachsensatz, Titelei, Versalien

WL-publ_4-total

(Lesley Moore)

Karin van den Brandt & Alex Clay
Amsterdam, Niederlande
seit 2004
www.lesley-moore.nl

tags Abbildung, Mittelachsensatz, Schreibmaschinenschrift, Schriftmischung, Titelei

001403image

(catalogtree)

Daniel Gross & Joris Maltha
Arnhem, Niederlande
seit 2001
www.catalogtree.net

tags Abbildung, Flattersatz, Schreibmaschinenschrift

08_Gartentable_Flag_AubryBroquard

(FLAG)

Bastien Aubry & Dimitri Broquard
Zürich, Schweiz
seit 2002
www.flag.cc

tags Abbildung, Einzug, Flattersatz, gedrehte Zeilen, Groteskschrift, Legende

46_justin-03

(Atelier Carvalho Bernau)

Susana Carvalho & Kai Bernau
Den Haag, Niederlande
seit 2005
www.carvalho-bernau.com

tags Antiquaschrift, Blocksatz, Groteskschrift, Überschrift

gessnerallee92

(Raffinerie)

Reto Ehrbar, Nenad Kovačić & Christian Haas
Zürich, Schweiz
seit 2000
www.raffinerie.com

tags Groteskschrift, Handschrift, Schriftmischung

onlab_9403695170

(onlab)

Nicolas Bourquin & Thibaud Tissot
Berlin, Deutschland
seit 2001
www.onlab.ch

tags Abbildung, Einzug, Groteskschrift, Linie, Mittelachsensatz, Pagina, Spaltensatz, Überschrift, Versalien

gessnerallee6

(Raffinerie)

Reto Ehrbar, Nenad Kovačić & Christian Haas
Zürich, Schweiz
seit 2000
www.raffinerie.com

tags Groteskschrift, Schriftmischung